Unsleber kratzt an magischer Marke

 

SULZTHAL: Einen kleinen Teilnehmer-Rückgang quittieren mussten die Veranstalter bei der zweiten Auflage des Sulzthaler Bergzeitfahrens. Diesmal schwangen sich 51 Pedalritter in den Sattel.

 

 


 

 

Dennoch ließen es sich über 100 Radsportbegeisterte nicht nehmen, diesem Spektakel als Zuschauer beizuwohnen. "Die Stimmung am Straßenrand war gut", so Emil Trautenbach, seines Zeichens Vorsitzender der veranstaltenden "Sulzthaler Ritzelfuchser". Auf der drei Kilometer langen Strecke wurden die Fahrer von den Fans lautstark den Berg hochgetrieben.

Gestartet wurde in Sulzthal an der Bushalte-Stelle am Ortseingang im Ein-Minuten-Takt. Dann ging es vorbei am Dorfplatz, wo die Tourleitung ihr Domizil aufgeschlagen hatte und die einzelnen Fahrer per Ansage vorstellte. Bis dahin forderten bereits ein geplatzter Reifen und eine herausgesprungene Kette ihren Tribut, doch die Betroffenen legten dann einen Neustart hin. "Jetzt habt ihr nur noch knapp drei Kilometer vor euch", so Moderator Christian Schmitt, "und wenn ihr die in sechs Minuten schafft, seit ihr vorne dabei", witzelte er. Denn genau sechs Minuten und 14 Sekunden hatte Vorjahressieger Markus Unsleber benötigt, um das Rennen zu gewinnen.

Der harte Brocken wartete dann am Ortsausgang auf die Fahrer, denn da beginnen die Sulzthaler Serpentinen, die sich über 150 Höhenmeter den Berg hinauf schlängeln. Hier trennte sich bei sommerlichen Temperaturen die Spreu vom Weizen. Bei manchem Radsportler schmolz dabei ein Ein-Minuten-Vorsprung wie Eis in der Sonne. Nicht so aber bei M-40-Mann Volker Borst, der als Zehnter gestartet war und lange Zeit mit seinen 6:30 Minuten vorne lag. Erst der elf Jahre jüngere Daniel Fenn knackte mit nur zwei Sekunden Vorsprung diese Zeit und setzte sich an die Spitze. Dies blieb lange so, da der Top-Favorit und Vorjahressieger Markus Unsleber erst als Drittletzter auf die Strecke ging. Unsleber, der sich dieses Jahr bereits für den Ironman auf Hawaii qualifiziert hat, hievte sich mit einer rasanten Fahrt nicht nur an die Spitze, sondern unterbot auch noch seine Zeit aus dem Vorjahr um 13 Sekunden. Mit 6:01 Minuten kratze er an der magischen Sechs-Minuten-Marke.

Mit 10:07 Minuten belegte Jörg Müller vom Bart Club Aura zwar nur einen Platz "unter ferner liefen", doch er machte auf andere Weise von sich reden. Gerade im Ziel angekommen, radelte er zurück ins Tal, kuppelte einen Kinder-Anhänger an und bewältigte die Strecke zusammen mit Sohn Philipp noch einmal in 17:48 Minuten - und war damit nicht einmal Letzter.

"Im nächsten Jahr locken wir 100 Teilnehmer an", so Trautenbach, der bei der Siegerehrung nach eigenem Bekunden ein bisschen Tour-de-France-Feeling verspürte. Wenn dem tatsächlich so ist, dann dürfen künftig allerdings auch die "Kuss-Damen" nicht fehlen.


Endstand (im Auszug): 1. Markus Uns-
leber 6:01 Minuten (M30), 2. Daniel Fenn
6:28 (M30), 3. Volker Borst 6:30 (M40),
4. Walter Goetz 6:36 (M50), 5. Thomas
Bahmer 6:39 (AK), 6. Michael Schuler
6:58 (M40), 7. Elmar Reuter 6:59 (M40),
8. Lars Auenmüller 7:01 (AK), 9. Dominik
Billmann 7:06 (AK), 10. Gerd Fella 7:10
(M30, 11. Dr. Eugen Rasev 7:11 (M40),
12. Gerald Bahmer 7:15 (M40), 13. Oliver
Burtchen 7:17 (M 30), 14. Albert Körblein
7:25 (M 30), 15. Holger Borst 7:26 (M30),
16. Ingo Grimm 7:28 (M30), 17. André
Günther 7:31 (AK), 18. Marcus Hantel-
mann 7:45 (M30), 19.Tim Eckert 7:48
(Jugend), 20. Heiko Kippes 7:50 (M30).