Triathlet Markus Unsleber: Energieloch im kargen Lavafeld

Markus Unsleber erreicht beim Ironman auf Hawaii unter 1800 Startern den 193. Platz

Schweißtreibend: Markus Unsleber auf der Laufstrecke.

Schnittig: Zumindest auf dem Rad gab's etwas Fahrtwind.

Fotos (2): Unsleber

Der Triathlet Markus Unsleber aus Wülfershausen verbuchte bei seiner dritten Teilnahme am Ironman auf Hawaii erneut eine gute Platzierung. Bei den Weltmeisterschaften auf Big Island belegte der Ausdauersportler vom SV 05 Würzburg den 193. Rang im Gesamtklassement der rund 1800 Starter. Nach 3,86 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und dem Marathonlauf über 42,195 Kilometer erreichte der gebürtige Langendorfer nach 9:32:08 Stunden das Ziel und war damit, trotz Schwierigkeiten beim Marathonlauf, rund eine halbe Stunde schneller als noch vor zwei Jahren.

Unsleber, der ganztägig berufstätig ist, hat sich wieder zeitintensiv auf diesen Höhepunkt vorbereitet. Nach den Vorgaben seines Münchner Trainers Dan Lorang kamen im Schnitt 20 bis 25 Stunden pro Woche Training zusammen. Der Wettkampftag in der Bucht von Kailua-Kona begann für die Ausdauer-Athleten recht früh. Um drei Uhr aufstehen, Frühstück, dann in die Wechselzone, das Rad noch herrichten und noch etwas die morgendliche Stille genießen. Unsleber: „Diese Zeit finde ich gerade auf Hawaii, als die am intensivsten des langen Tages.“

Kurz nachdem die Profis zum Schwimmen gestartet waren, durften auch die restlichen Teilnehmer ins Wasser. Unsleber entschloss sich dieses Mal für die Kampflinie von der Mitte aus. „Mit dem Startschuss ging das Geklopfe richtig los, so extrem ist das wirklich nur bei diesem Rennen. Hauen, kratzen, treten und dazu wird man immer wieder mit voller Absicht fest gehalten. Man bewegt sich die ersten 400 bis 500 Meter nur irgendwie fort, schwimmen kann man das wirklich nicht nennen“, sagt der 36-Jährige. Zudem wurde ihm in dieser hektischen Anfangsphase auch noch die Uhr abgerissen.

Dennoch fand Unsleber nach einiger Zeit gut in den Wettbewerb. Auch mit dem gelegentlichen Wellengang hatte er nicht allzu große Probleme, so dass er nach knapp 59 Minuten schon wieder festen Boden unter den Füßen hatte. Der zwischenzeitliche 157. Gesamtrang war somit für ihn ein perfekter Start. Schon drei Minuten später nahm er die 180 Kilometer lange Radstrecke durch die kargen Lavafelder entlang des Queen K Highway in Angriff. Unsleber fühlte sich gut und kam schnell ins Rollen. Heftige Windböen, zumeist von der Seite, machten es allen nicht leicht. Die ersten Probleme hatte er aber an der Verpflegungsstation. „Leider bekam ich in Hawi meinen Verpflegungsbeutel nicht gereicht. Auch an den folgenden zwei Stationen konnte ich leider nichts greifen. Um das Energieloch nicht zu groß werden zu lassen, griff ich nach 120 Kilometern schon zu Cola“, so Unsleber.

Genug Kraft fürs Laufen

Dennoch holte er gegen Ende wieder etwas auf und kam nach 5:04:03 Stunden als 227. in die Wechselzone. „Es wäre sicher noch die eine oder andere Minute drin gewesen, aber ich wollte nicht zu viel riskieren, um fürs Laufen noch frische Beine zu haben. So fühlte ich mich nach dem Wechsel in die Laufschuhe wirklich super“, so Unsleber. Obwohl er sich in der Anfangsphase des Marathonlaufes zurücknahm, lief er die ersten zehn Kilometer in schnellen 37:30 Minuten an. Zwischenzeitlich hatte er sich damit sogar auf den 140. Platz nach vorne gelaufen. Aber je länger das Rennen dauerte, desto mehr rebellierte sein Körper. Die energiereichen Gels wollte der Magen nicht mehr behalten. Unsleber drosselte das Tempo und kam in 1:23 Stunden zur Halbmarathon-Zeitnahme. „Dann ging es bergab mit meinem Körper. Es war so schwer, den Kopf davon zu überzeugen weiter zu laufen“, erzählt er. Auf der zweiten Hälfte des Marathons ging es ihm nicht wirklich gut. „Nachdem ich wieder am Highway angekommen war, hatte ich mich zumindest wieder halbwegs erholt, so dass der Tag nicht in einem kompletten Desaster endete.“

Die Enttäuschung war beim Überqueren des Zielbogens allerdings groß. Denn er hätte mit einem guten Marathon weit nach vorne kommen können. So fiel er mit 3:22:08 Stunden noch auf Rang 193 zurück. In seiner Altersklasse M35 wurde es der 42. Rang. Dennoch blickt Markus Unsleber bereits wieder nach vorne. „In den nächsten Wochen werde ich mir Gedanken machen, wie die nächste Saison aussehen soll. Die negativen Gedanken werde ich versuchen zu verdrängen, um das Positive aus dem Rennen mitzunehmen. Es hatten ja schon ganz Andere ihre Schwierigkeiten auf der Insel“, sagt der nach wie vor beste Triathlet aus der Region.

Von unserem Mitarbeiter Reinhold Nürnberger