Besuch von den Delfinen

Markus Unsleber finisht auch bei seiner zweiten Teilnahme am Ironman

 

Zum zweiten Mal nach 2006 schaffte es Triathlet Markus Unsleber, sich für den Ironman auf Hawaii zu qualifizieren. Bei den Weltmeisterschaften auf Big Island belegte der Ausdauersportler vom ESV Rhön-Spessart den 264. Rang im Gesamtklassement der rund 1800 Starter. In 9:57:18 Stunden war er 3,8 Kilometer im Meer geschwommen, hatte mit dem Rennrad 180 Kilometer zurückgelegt und zum Abschluss einen Marathonlauf (42,195 Kilometer) absolviert.

 

Die Teilnahme stand für den Langendorfer lange auf der Kippe. Kniebeschwerden plagten ihn die ganze Saison, ließen nur ein vermindertes Lauftraining zu, und auch während des Fluges klagte der 34-Jährige über Schmerzen. Aber nicht nur in Lourdes gibt es offensichtlich Wunder, sondern auch in der berühmten Kealakekua Bay am Denkmal des Captain Cook. „Im Schwimmtraining lösten sich die Probleme mit dem Knie wie von selbst“, erzählt Unsleber. Als er von der Bucht zurück zum Strand schwamm, hatte er mit der Begegnung mit rund 20 Delfinen auch eines seiner bisher schönsten Erlebnisse auf der Insel.

Die Tage vor dem Start verbrachten er und Trainingspartner Gerhard Dobmaier (TSV Ostheim) mit leichten Trainingseinheiten. Nach der obligatorischen Nudelparty und dem „Carbo-Loading“, einer letzten optimalen Auffüllung des Glykogendepots mit Kohlenhydraten, war die Nacht um 3.30 Uhr am Wettkampftag vorbei. Um 7 Uhr erfolgte der Startschuss für die Triathleten.

Gutes Schwimmergebnis

„Diesmal habe ich mich entschlossen, direkt innen am Pier zu starten, auch wenn hier das Geklopfe am größten war“, berichtet Unsleber von seiner Strategie. Die vermeintlich kürzere Route sollte jedoch nicht von Vorteil sein. „Auf den ersten Kilometern war zunächst kein freies Schwimmen möglich, und an den Bojen, die jeder möglichst eng anvisiert, gingen die Schlägereien von neuem los.“ Erst nach dem Wendepunkt fand Unsleber zu seinem gewohnten Rhythmus und konnte auf den letzten 800 Metern das Tempo sogar erhöhen. So war er mit 1:01:25 Stunden für die 3,8 Kilometer im Pazifik doch zufrieden.

Nur drei Minuten, nachdem er das nasse Element verlassen hatte, saß Unsleber bereits im Sattel seines Rennrads. Vor ihm endlos lange 180 Kilometer durch die kargen Lavafelder entlang des Queen-K-Highway. Den gefürchteten starken Mumuka-Gegenwind auf dem ersten Teil der Strecke bekamen die Eisenmänner erst kurz vor dem Wendepunkt zu spüren. Dafür blieb aber auf der Rückfahrt auch der erhoffte Rückenwind aus. Ohne Wolke am Himmel brannte die Sonne unerbittlich.

Krämpfe im Oberschenkel

Zu allem Überfluss bekam Unsleber seine Eigenverpflegung nicht gereicht und musste sich mit süßlichen Powergels weiterhelfen. Nach 5:21 Stunden war der Industriemechaniker wieder am Pier in Kailua-Kona angekommen und tauschte in Windeseile das Rad gegen die Laufschuhe. Allerdings hatte er bis dahin mehr Energie als vorgesehen verbraucht. Bereits in der Wechselzone klagte er über erste Ansätze von Krämpfen in den Oberschenkeln. Dementsprechend verhalten wollte er eigentlich die Marathondistanz beginnen. „Nach vier Kilometern war ich immer noch unter einem Kilometer-Schnitt von vier Minuten, obwohl ich mich eigentlich richtig platt fühlte. Aber es war halt einfach das gewohnte Dauerlauftempo“, so Unsleber über sein schnelles Anfangstempo.

Durch seine Kniebeschwerden absolvierte Unsleber in der Vorbereitung keine langen Ausdauerläufe, die für einen Marathonlauf eigentlich unverzichtbar sind, sondern nur kurze schnelle Dauerläufe. Die ersten Krämpfe ließen auch nicht lange auf sich warten. Nach zehn Kilometern wollte auch der Magen keine Nahrung mehr aufnehmen. So versuchte er, sich mit Cola durchzuschlagen. Nur noch der Wille trieb ihn bei der sengenden Sonne vorwärts. „Innerhalb der Verpflegungsstationen habe ich mir alles über den Kopf geschüttet, was ich greifen konnte“, so Unsleber über den härtesten Marathon seiner Karriere. Als er nach 3:27:18 Minuten am Alii-Drive die Ziellinie überquerte, war er einfach nur froh, angekommen zu sein. Als immerhin 44. der Altersklasse M 30/35 blieb er in 9:57:18 Stunden nur eine halbe Stunde über seiner hervorragenden Zeit von 2006.

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