Unter Glockengeläut in den Halbmarathon

Markus Unsleber der Schnellste von 335 Teilnehmern beim Schweinfurter Maintallauf

Wo außer in Schweinfurt kann man unter Glockengeläut zu einem Halbmarathon starten? Frühlingshaftes Wetter hatte auch in diesem Jahr dem Maintallauf in der Kugellagerstadt wieder großen Zuspruch beschert und so bot sich dem erstaunten Spaziergänger am Sonntag morgen wieder ein buntes Bild zu Füßen der Heilig-Geist-Kirche, als sich 425 Sportler auf ihren Wettkampf vorbereiteten.

 

Locker beim Zieleinlauf: der Sieger des Schweinfurter Maintal-halbmarathons, Markus Unsleber.

Allein 335 Teilnehmer gingen auf den gut 21 km langen Halbmarathon-Rundkurs durch den Schweinfurter Hafen und das Maintal, dazu kamen noch 71 Starter beim Jedermannlauf über 8,2 km und 18 Nachwuchstalente, die im Schülerlauf 3,8 km lang um Platzierungen kämpften. 66 Jahre liegen zwischen dem Sieger der D-Schüler, Yannik Zeier (Jahrgang 2000) vom TV Bad Brückenau, der auf der Nachwuchs-Distanz, obwohl einmal fast falsch abgebogen, von seinen stolzen Eltern schon nach 19 Minuten wieder im Ziel empfangen wurde, und dem ältesten Teilnehmer Alfred Zach (Jahrgang 1934) aus Lichtenfels, der mit bravourösen 2:04,11 Stunden auf der Halbmarathonstrecke noch 16 meist deutlich jüngere Läuferinnen und Läufer hinter sich ließ.

Eine unerwartet starke Windböe hatte kurzfristig Uhr und Zeltüberdachung im Zieleinlauf umgeblasen, bis aber die ersten Halbmarathon-Läufer ankamen, stand alles wieder und Helfer und Zuschauer warteten gespannt, wer als erstes in den Pausenhof der Rückert-Volksschule einbiegen würde. Im letzten Jahr verletzungsbedingt nur auf der Hobby-Distanz angetreten, meldete sich Lauf-Ass Markus Unsleber wieder zurück. Auch dieses Mal musste er Vortag noch wegen Wadenbein-Problemen zum Röntgen und hatte die Woche über kaum trainiert, war aber dadurch auch „relativ ausgeruht“ und lief gemeinsam mit Valentin Harwardt mühelos an die Spitze.

„Als Vorbereitung für den Würzburg-Marathon galt der Plan, die ersten 15 Kilometer im Marathon-Tempo anzugehen, die restlichen sechs waren freigestellt, da habe ich dann Gas gegeben,“ so der strahlende Sieger Unsleber, nachdem er kurz vor seinem Vereinskollegen Harwardt die Ziellinie überschritten hatte. Der Hammelburger und der Schweinfurter starten mittlerweile für Stadtmarathon Würzburg e. V., der erstaunlich oft in der Teilnehmerliste auftaucht. Seit Beginn letzten Jahres wird hier eine bewusste Vorbereitung auf Marathonläufe angeboten und mittlerweile treffen sich um die 80 bis 100 Läufer in verschiedenen Leistungsstufen regelmäßig zu Training und Erfahrungsaustausch. So bietet sich auch für Spitzenläufer „die Gelegenheit, mit anderen schnellen Leuten gemeinsam etwas zu machen,“ ist Unsleber von der Idee begeistert.

Auch wenn bei ihm noch ein weiterer Arztbesuch ansteht und Unsleber hofft, „dass sich nichts findet“, wird er sich weiter auf den Würzburg-Marathon Ende April konzentrieren, bevor er dann wieder in die Triathlon-Saison startet – dieses Jahr etwas lockerer und ohne einen Start beim Ironman in Hawaii anzuvisieren.

Während bei den Männern Stadtmarathon Würzburg mit Unsleber und Harwardt die beiden schnellsten Läufer der 21-km-Distanz stellte und damit auch die Mannschaftswertung gewann, war es bei den Frauen die TG Schweinfurt, die mit Elke Vollert nicht nur die schnellste Frau stellte und sich über gleich drei Siege in der Altersklassen-Wertung freuen konnte, sondern auch den Titel des schnellsten Damen-Teams für sich beanspruchen durfte.

Ergebnisse

Halbmarathon (21,0975 km) Frauen: 1. Johanna Walter (TG SW) 1:34:06, 2. Frauke Zimmermann (ohne Verein) 1:37:46, 3. Anna-Lena Schlott (TSV Ostheim) 1:42:11. W30: 1. Sandra Dürr (TG SW) 1:32:08, 2. Nicole Behon (TSV Gerbrunn) 1:48:55, 3. Ina Norton (AOK Schweinfurt) 1:52:34. W35: 1. Elke Vollert (TG SW) 1:30:18, 2. Lucia Herr (TSV Lohr) 1:36:01, 3. Ulrike Menning (TSV Güntersleben) 1:51:17. W40: 1. Silvia Hüttner (LG Bamberg) 1:30:32, 2. Gabi Bastian (DJK Vorra) 1:35:03, 3. Kirsten Martin (SV Ramsthal) 1:47:22. W45: 1. Sibylle Böhm (TV Ochsenfurt) 1:40:01, 2. Anette Gerstner-Hartmann (Speed-Max Team) 1:42:22, 3. Barbara Schmitt (Stadtmarathon Würzburg) 1:45:43. W50: 1. Ilona Doehla (MaTriDu Gefrees) 2:08:33. W55: 1. Cornelia Graeff (Stadtmarathon Würzburg) 1:49:35, 2. Anni Seufert (TG SW) 1:58:37, 3. Doris Peschanel (ohne Verein) 2:15:23.

Männer: 1. Andreas Sperber (TSV Burgebrach) 1:15:11, 2. Christian Witt (TSV Sonnefeld) 1:16:21, 3. Johannes Kroiß (TG Kitzingen) 1:18:14, 4. Michael Regele (TSV Kembach) 1:21:47, 5. Peter Rectanus (LG Haßberge) 1:24:00. M30: 1. Markus Unsleber 1:14:16, 2. Valentin Harwardt ( beide Stadtmarathon Würzburg) 1:14:35, 3. Michael Baunach (DJK SW) 1:20:45, 4. Andreas Kalb (SSV Forchheim) 1:22:50, 5. Tino März (RVC Altenkunstadt) 1:25:28. M35: 1. Stefan Neidhardt (Rennsteiglaufverein) 1:18:17, 2. Oliver Kleinhenz (TSV Ostheim) 1:19:40, 3. Werner Teufel (TSV Neustadt/Aisch) 1:20:47, 4. Christian Strauß (Rennsteiglaufverein) 1:21:25, 5. Axel Pfister (VR Bank Schweinfurt-Land) 1:22:01. M40: 1. Uli Pfuhlmann (LG Haßberge) 1:16:34, 2. Reinhold Trautner (Roadrunners Forchheim) 1:20:48, 3. Jörg Rosenthal (MTV Adenbüttel) 1:22:58, 4. Jochen Brosig (FSV Großenseebach) 1:23:38, 5. Andreas Schmidt (Schleusinger LV) 1:23:48. M45: 1. Franz Rudel (SC Memmelsdorf) 1:18:02, 2. Siegbert Hummel (Tierrechte Berglauf Würzburg) 1:21:46, 3. Ralf Ammon (ohne Verein) 1:24:26, 4. Ernst Küper (Positiv Fitness Ingolstadt) 1:25:09, 5. Werner Döhla (MaTriDu Gefrees) 1:26:19. M50: 1. Josef Winkler (SV Kickers Maua) 1:25:17, 2. Erwin Schäfer-Hauer (TG Kitzingen) 1:33:29, 3. Reinhold Hauck (LG Haßberge) 1:34:46, 4. Wolfgang Heppt (ohne Verein) 1:35:29, 5. Heinrich Schmitt (Schaeffler Team) 1:36:39. M55: 1. Georg Götz (LG Würzburg) 1:28:44, 2. Wolfgang Opitz (Stadtmarathon Würzburg) 1:29:49, 3. Alois Zenk (TSV Scheßlitz) 1:33:50. M60: 1. Jürgen Holland (ZF Sachs Running Team) 1:34:58, 2. Gerd Sachs (AOK Schweinfurt) 1:45:40, 3. Gerhard Schumm (TV Bad Brückenau) 1:48:28. M65: 1. Manfred Geßner (ASV Untereisenheim) 1:43:21, 2. Norbert Felis (TG SW) 1:53:28, 3. Werner Räth (LT Barmenia) 1:53:42. M70: 1. Heinz Grove (TG SW) 1:53:41, 2. Alfred Zach (TS Lichtenfels) 2:04:11.