Schwerer Sturz lässt Träume platzen

Langendorfer Triathlet Markus Unsleber muss verletzt aufgeben und verpasst die WM-Qualifikation

Kämpferherz: Trotz eines schweren Sturzes beim Wechsel ging Markus Unsleber auf die Laufstrecke, musste wenig später aber mit starken Schmerzen aufgeben.


Leider nur anfänglich vielversprechend verlief für Triathlet Markus Unsleber der Ironman in Wales. Der Wettbewerb war für die Athleten in diesem Jahr die letzte Möglichkeit, sich für die Weltmeisterschaft 2014 auf Hawaii zu qualifizieren. Aber ein Sturz beim Wechseln vom Rennrad zum Laufen brachte den Sportler vom TV/DJK Hammelburg um alle Chancen und bescherte ihm einen Rippenbruch.

Der dreimalige Hawaii-Teilnehmer richtete sein Augenmerk auf diesen Langdistanz-Triathlon. Sogar die bayerischen Meisterschaften, die er als Zweiter beendete, bestritt er aus vollem Training heraus. Ansonsten hielt sich der Wülfershäuser, der früher in Langendorf wohnte, mit Wettkämpfen zurück. Die letzten Trainingseinheiten vor der Abreise nach Wales liefen annähernd perfekt und die Form war gut wie lange nicht. Dieter Klein, selbst mehrmals deutscher Seniorenmeister im Laufbereich und Trainingsbegleiter von Unsleber, meinte gar: „Der Markus war in der Form seines Lebens.“ In Wales wollte sich der 38-Jährige nun erneut sein Ticket für den legendären Ironman auf Hawaii abholen.

Da der Schwimmstart an der Camarthen Bucht rund 1000 Meter von der Wechselzone entfernt lag, mussten alle Athleten zunächst einen kleinen Fußmarsch im Neoprenanzug absolvieren. „Jeder versuchte, sich halbwegs warm zu halten. Das war bei dem kalten Sand gar nicht so einfach“, berichtete Unsleber. Um 7 Uhr ertönte die Startsirene und jeder versuchte mit einem kurzen Sprint, eine gute Ausgangsposition für die 3,86 Kilometer zu bekommen. „Nach den ersten paar hundert Metern konnte ich mich aus dem üblichen Geprügel befreien und einen guten Rhythmus einschlagen“, erzählte Unsleber.

Nach gut 55 Minuten verließ er als 24. der Gesamtwertung das kühle Nass. In seiner Altersklasse M35 lag er in Führung. „Ich bin bei einem solchen Qualifikationswettkampf noch nie so weit vorne aus dem Wasser gekommen“, wunderte er sich. Jetzt galt es, sich schnell vom Neoprenanzug zu trennen und quer durch die Stadt die 1,2 Kilometer zur Wechselzone zu laufen. Der erste Teil der 180 Kilometer langen Radstrecke verlief nur leicht wellig. „Da konnte man sich halbwegs gut einrollen“ freute sich Unsleber. Aber der nasse und raue Fahrbahnbelag verlangte von den Fahrern höchste Konzentration. Zudem verlief der Kurs durch das Gelände des Pembrokeshire Coast National Park ständig rauf und runter, teilweise recht steil. „Trotz der schlechten Witterung hatte ich Spaß am Biken“, so Unsleber. So war die Hoffnung groß vor dem abschließenden Marathonlauf. Aber dazu musste der Wechsel vom Rad in die Laufschuhe vollzogen werden, der der Anfang vom Ende sein sollte.

Markus Unsleber schilderte seinen fatalen Sturz wie folgt: „Auf den letzten Metern durch Tenby spielte ich den Wechsel durch. Ich weiß auch nicht, woran es lag. Vielleicht war ich mit den Gedanken zu weit. Jedenfalls blieb ich mit dem rechten Fuß am Sattel hängen, als ich beim Anrollen auf die Wechselzone vom Rad springen wollte. Ich kam auf der recht schlechten Straße wohl etwas zu stark auf die Vorderbremse, so ging's ab über den Lenker auf den harten Asphalt, wo ich mit dem Kinn aufschlug. Die Zuschauer verstummten von einer auf die andere Sekunde, jubelten jedoch umso lauter, als ich gleich wieder aufstand, meine Sachen packte und Richtung Radpark stürmte.“

Markus Unsleber merkte schon nach den ersten Laufmetern, dass die Rippen beim Sturz etwas abbekommen hatten. Aber am Anfang verdrängte er den Schmerz noch und schlug ein noch halbwegs akzeptables Tempo ein. Auf dem 10,5 langen Rundkurs überholte er sogar noch einige vor ihm platzierte Athleten. „Aber der Sturz hat mir richtig den Stecker gezogen. Nach zehn Kilometer wurde es von Schritt zu Schritt schwerer“, erzählte Unsleber. Nach 15 Kilometern ging gar nichts mehr, er musste das Rennen beenden und sich in die Obhut der medizinischen Abteilung begeben, die ihn gleich ins Krankenhaus einlieferte. Bis zu seinem Ausscheiden lag er auf Rang zwei seiner Altersklasse und auf dem 18. Platz der Gesamtwertung. Ein Platz unter den ersten zehn und die Hawaii-Qualifikation wäre ohne Sturz wohl sicher zustande gekommen.

Von unserem Mitarbeiter Reinhold Nürnberger