ZÜRICH
Über die Schweiz in den Pazifik

Markus Unsleber qualifiziert sich in Zürich für den Ironman auf Hawaii

Beeindruckend unterwegs: Markus Unsleber auf der Radstrecke beim Ironman in Zürich. Foto: Unsleber

Es war ein fast perfekter Wettkampf, den Markus Unsleber beim Ironman in Zürich absolvierte. 3,9 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer auf dem Rad und ein Marathon über 42,195 Kilometer: Das war die Herausforderung, die der gebürtige Langendorfer auf eindrucksvolle Art und Weise meisterte. Unter den 2620 Startern war der unterfränkische Triathlet der zweitbeste Deutsche und der drittbeste Nicht-Profi mit der viertschnellsten Zeit auf der Laufstrecke. Die Belohnung ist „fürstlich“: Am 11. Oktober darf Markus Unsleber wieder beim Ironman auf Hawaii starten, zum vierten Mal in seiner Karriere. „Auch wenn ich mein Ziel, die 9-Stunden-Marke zu knacken, knapp verpasst habe, bin ich mehr als zufrieden. Der Altersklassensieg und der elfte Gesamtrang sind mein bisher wohl größter Erfolg“, sagt Markus Unsleber, der sich nach einer Regenerations-Phase in den nächsten Tagen gezielt auf seinen Start auf der Pazifikinsel vorbereiten wird.

Ideale Vorbereitung

Für den Wettkampf in Zürich hatte der Triathlet den Trainingsaufwand noch einmal gesteigert, war von Verletzungen und Krankheiten verschont geblieben. Am Wettkampf-Tag klingelte der Wecker bereits um 3.15 Uhr in der Nacht. „Der Start war um 6.50 Uhr. Nach dem Aufstehen war kurzes Anschwitzen vor dem Frühstück angesagt, um den Körper in Schwung zu bringen. Danach ging es in die Wechselzone, um das Rad sowie die für den Wettkampf nötigen Utensilien fertig zu machen“, berichtet Markus Unsleber.

Bei kühlen Temperaturen und Regenschauern erfolgte der Schwimmstart. Das große Gedränge steckte der 38-Jährige problemlos weg. „Ich starte für den SV 05 Würzburg in der 2. Bundesliga, wo es sehr auf das Schwimmen ankommt. Nach einem 300-Meter-Vollsprint war ich relativ schnell frei und konnte einen guten Rhythmus schwimmen.“ Seitenstechen und ein unbequemer Wellengang verhinderten eine bessere Zeit. Etwa auf Rang 40 wechselte Markus Unsleber aufs Rad. „Die zwei Runden waren nicht einfach. Insbesondere auf den Abfahrten herrschte angesichts der nassen Straße Sturzgefahr.“

Ungeplanter Boxenstopp

Um die weiterhin niedrigen Temperaturen besser zu verkraften, stieg die Energie-Riegel-Zufuhr. Etwas langsamer als geplant, fiel für Markus Unsleber die Zeit im Sattel aus, „aber ich fühlte mich noch frisch und konnte nach dem Wechsel in die Laufschuhe gleich ein gutes Tempo finden. Jetzt war die Temperatur von etwa 20 Grad wieder eher ein Vorteil“.

Zu laufen waren vier Runden, gespickt mit kurzen, aber teils giftigen Hügeln und vielen Wendepunkten. „Mitte der dritten Runde wurde es langsam hart, zumal ich einen ungeplanten Boxenstopp auf der Toilette einlegen musste. Aber ich konnte verlorene Plätze zurück gewinnen und das Tempo einigermaßen hoch halten“, erinnert sich Unsleber, der den letzten direkten Konkurrenten mit einem Steigerungslauf über die letzten 1,5 Kilometer abschüttelte.

Etwas mehr als 57 Minuten war Markus Unsleber im Wasser, saß fünf Stunden und zwei Minuten im Sattel und lief den Marathon in 02:56:41 Stunden. Eine lange Zeit des Leidens. Glücksgefühle inklusive.