Unsleber knackt magische Marke

 

Der liebe Gott muss ein Radrenn-Fahrer sein. Rechtzeitig zum Sulzthaler Bergzeitrennen kam der Wetterumschwung und ließ auch diese dritte Auflage zu einem Erfolg werden. Gleich mit mehreren Rekorden wurden die Veranstalter belohnt.

 

 


 

 

Die Pedalritter starteten im Minutentakt am Ortseingang von Sulzthal. Als sie am Marktplatz vorbeikamen, hatten so manche Biker schon ein ordentliches Tempo drauf, so dass Moderator Martin Halbig sich ranhalten musste, um dem Publikum die nötigen Hintergrundinformationen zu liefern. Und anders, als im Vorjahr, als die Teilnehmerzahl gesunken war, konnten die „Ritzelfuchser“ diesmal mit einem neuen Rekord aufwarten. So trugen die mahnenden Worte des Vorsitzenden Emil Trautenbach nach dem letzten Rennen nun Früchte. „Nächstes Jahr werden wir eine dreistellige Starter-Zahl haben“, so Trautenbach damals. Dieses hehre Ziel wurde zunächst nur denkbar knapp verfehlt. Denn ausgerechnet bei Starter Nummer 99 versiegte die Quelle der Radsportler. Immerhin schwangen sich damit aber 48 Fahrer mehr in den Sattel als im Vorjahr. Und dann klappte es ja doch noch mit der Dreistelligkeit. Kurzum zog sich Jessica Seufert vom Serviceteam ihren Helm auf und nahm als Nummer 100 den Wettkampf auf. Und da sie die einzige Teilnehmerin war in der Kategorie Junioren weiblich, wurde ihre Spontaneität mit dem Sieg honoriert.

Zuvor waren die Augen auf den bestehenden Rekord (6:01 Minuten) des Vorjahressiegers Markus Unsleber gerichtet gewesen. Mit 5:52 Minuten verbesserte der Ironman seine Leistung vom ersten Bergzeitfahren um einige Sekunden und blieb unter der magischen Sechs-Minuten-Marke.

Ernsthafte Konkurrenz

Das war auch gut so, denn dieses Mal hatte Unsleber ernsthafte Konkurrenz. Denn auch Profis, die auch schon die Deutschlandtour absolvierten, nahmen einen weiten Weg in das beschauliche Sulzthal in Kauf. So beispielsweise Stephan Krick vom RV Gießen-Kleinlinden. Als er vorbei war am gut bevölkerten Marktplatz, wuchtete er sich im Eiltempo die Sulzthaler Serpentinen hinauf. Zeit, die malerische Landschaft zu genießen, nahm er sich dabei nicht. Und schon bald war klar, dass er eine Zeit deutlich unter sieben Minuten auf der 2,9 km langen Strecke (150 Höhenmeter) schaffen würde. Am Ende sauste er nach 6:18 Minuten durchs Ziel und hielt so lange Zeit die Führung in seinen Händen.

Der Vorjahres-Zweite Daniel Fenn (M 30) verbesserte zwar seine Zeit um vier Sekunden (6:24), kam aber aufgrund der starken Konkurrenz diesmal nicht aufs Treppchen der Gesamtwertung. Volker Borst (M 40) hingegen, der für „Heikos Rad-Schuppen Hammelburg“ startete, fuhr diesmal auch schneller und rückte mit seinen 6:19 Minuten hauchdünn heran an den führenden Stephan Krick.

Einer jedoch stellte am Ende alles in den Schatten. Schon beim Start sorgte Lokalmatador Markus Unsleber für Aufsehen. „Wie der losgefahren ist, da dachtest du, die Kette reißt“, so Vorsitzender Trautenbach am Starter-Häuschen. Auch das Publikum am Marktplatz war von der rasanten Fahrt beeindruckt. Und oben am Ziel wurden bereits die ersten Wetten abgeschlossen, ob Unsleber den eigenen Rekord knackt. Mit Spannung erwartete man den Athleten an der letzten Kurve. Schließlich tauchten das Begleitfahrzeug mit Kamera und dahinter Unsleber, nur noch 30 Sekunden von einem neuen Rekord getrennt, auf. „Dass schafft er nicht mehr“, lautete manch pessimistische Prognose im Ziel. Doch Unsleber – angefeuert von den Schaulustigen – zeigte es den Zweiflern. Am Ende hatte das Begleitfahrzeug Mühe, noch vor dem sprintenden Titelverteidiger ins Ziel zu kommen. Mit seinen 5:52 Minuten („Diese Zeit muss man sich auf der Zunge zergehen lassen“, so Moderator Halbig) präsentierte sich der Langendorfer erneut als Ausnahmeathlet.

Knackte die magische Sechs-Minuten-Marke: Markus Unsleber, der Sieger des Sulzthaler Bergrennens.