Unslebers Paukenschlag

Langendorfer Triathlet qualifiziert sich in Nizza für den legendären Ironman auf Hawaii

geschafft: Der Langendorfer Triathlet Markus Unsleber hat sich wieder einmal für den legendären Ironman auf Hawaii qualifiziert, dieses Mal sogar mit persönlicher Bestzeit.

Triathlet Markus Unsleber (SV Würzburg 05) sorgte beim Ironman in Nizza für eine faustdicke Überraschung. Der gebürtige Langendorfer, der jetzt in Wülfershausen wohnt, bewältigte die Ultradistanz von 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und einen Marathonlauf in 9:20,23 Stunden und damit in neuer persönlicher Bestzeit. Damit war der 35-Jährige als Zwölfter des Gesamtklassements und Zweiter der Altersklasse M35 nicht nur der beste Deutsche, sondern qualifizierte sich für den legendären Ironman auf Hawaii.

Der Wettkampf in Nizza ist einer von weltweit rund 30 Ironman-Wettbewerben, bei denen die Fahrkarten zu den inoffiziellen Weltmeisterschaften auf Big Island vergeben werden. Markus Unsleber, der bereits zwei Mal auf Hawaii war, suchte sich mit Nizza einen der schwersten Triathlons in Europa aus. Nur 50 der 2500 Teilnehmern bekamen einen Hawaii-Startplatz. Keine leichte Aufgabe für Unsleber, der am Tag vor dem Wettkampf sogar noch einen Sturz vom Fahrrad beklagte, aber nur Schürfwunden hatte.

Bei guten äußeren Bedingungen ging es auf die 3,8 Kilometer Schwimmen im 22 Grad kühlen Mittelmeer. „Ich habe mich von Beginn an außen eingereiht, um dem Gewühl zu entgehen. Dadurch musste ich zwar ein paar Meter mehr absolvieren, konnte aber auch gut entspannen“. Auf dem größten Teil der Schwimmstrecke wird überwiegend mit den Armen gearbeitet, um die Beine für das Radfahren zu schonen. Erst auf den letzten 500 Metern kommen verstärkt die Beine zum Einsatz, um sie dann schon einmal für das Radfahren zu erwärmen. So agierte auch Unsleber, der in 55:15 Minuten im Soll lag.

Die 180 Kilometer Radstrecke im hügeligen Hinterland von Nizza hatte es mit 2500 Höhenmetern in sich. „Die letzten 25 Minuten bin ich locker gefahren, um Krämpfen beim Laufen vorzubeugen“, so Unsleber. Die Fahrzeit von 5:16:58 Stunden entspricht einem beachtlichen Schnitt von 34 Kilometer pro Stunde. Beim schnellen Wechsel in die Laufschuhe lag Unsleber noch auf Platz 60 der Gesamtwertung. Auch in seiner Altersklasse M35 war er zu diesem Zeitpunkt lediglich auf Rang 14 und noch weit weg von einem der begehrten Tickets für Hawaii. Dennoch blieb der 35-Jährige gelassen und nahm voller Tatendrang den Marathon auf der bekannten „Promenade des Anglais“ in Angriff.

„Das war mein mit Abstand bester Ironman“

Markus Unsleber über den Wettbewerb in Nizza

Rund 80 000 Zuschauer beflügelten zusätzlich, so dass er die ersten 21-Kilometer in beeindruckenden 1:22 Stunden hinter sich brachte. „Ich hatte gleich ein gutes Tempo und lockere Beine“, so Unsleber zum ersten Streckenabschnitt. Bis auf einer kleinen Gehpause wegen Seitenstechen, blieben Unsleber weitere Schwierigkeiten erspart, so dass er die 42,195 Kilometer in erstaunlichen 3:00:47 Stunden schaffte. Damit hatte er die insgesamt siebtbeste Laufzeit und sich von Platz 60 nach dem Radfahren auf Platz 12 nach vorne gearbeitet. Kein Wunder, dass er überglücklich war: „Das war mein mit Abstand bester Ironman und auch mein bestes sportliches Ergebnis überhaupt“. In der Tat, in den letzten Jahrzehnten konnte wohl kein Unterfranke einen vergleichbaren Erfolg verbuchen.

Unsleber hat den Platz für Hawaii angenommen. Die Finanzierung der Reise bereitet dem Häuslebauer allerdings noch Probleme und ohne Sponsorenhilfe steht hinter seinem dritten Start auf Big Island ein Fragezeichen. Wäre doch schade, denn der 35-Jährige ist in der Form seines Lebens.